Der Zusammenschluss der Bauernbevökerung und ethnischen Minderheiten ruft dar koolumbianische Volk zu Mobilisierungen auf

Vom 30. August bis zum 5. September werden im ganzen Land Mobilisierungen und Aktionen gegen die staatliche Missachtung von früheren Vereinbarungen mit den Bauern und sozialen Bewegungen, gegen den nationalen Entwicklungsplan und gegen das Fehlen von politischer Partizipation stattfinden.

Der Zusammenschluss der Bauern und ethnischen Gruppen (Cumbre Agraria) ist eine politische Plattform von verschieden sozialen Organisationen und Bewegungen in Kolumbien. Sie konstituierte sich 2014 als Ausdruck und Sprachrohr für die sozialen Mobilisierungen, die 2013 und 2014 in Kolumbien stattgefunden haben. Bauern und Bäuerinnen, Indigene, AfrokolumbianerInnen, Studierenden und Einwohner_der Städten gingen auf die Strassen und verlangten eine demokratische Agrarreform und ein neues Wirtschaftsmodell für das Land, das auf Selbstbestimmung und Souveränität basiert. Trotz starken staatlichen Repressionen waren Tausende während mehrerer Monate auf den Strassen, bis sich die Regierung von Juan Manuel Santos gezwungen sah, die Cumbre Agraria als Sozialpartnerin zu akzeptieren und sich mit ihr an den Verhandlungstisch zu setzen. Die aus diesen Gesprächen entstanden Vereinbarungen wurden durch präsidiale Dekrete und Verordnungen bestätigt, aber seitdem von der Regierung von Juan Manuel Santos systematisch missachtet und in keiner Weise erfüllt. Dies anerkennt auch die UNO, Garantin der Verhandlungen.

Obschon die Regierung Santos mehrmals die Bedeutung der Vereinbarungen mit der Cumbre Agraria für den Weg in die Zeit nach der Beilegung des Konfliktes mit der Guerilla betont hat, handelt sie auf politischer und Gesetzesebene entgegen diesen Vereinbarungen und legt so einen neuen Grundstein für zukünftige Konflikte. Die einseitige Durchsetzung eines nationalen Entwicklungsplans, das Gesetzesprojekt Zidres, (Interessenzonen für die ländliche, ökonomische und soziale Entwicklung), der Zwang zur Vernichtung von illegalen Anpflanzungen, die Vertiefung und Weiterführung von Freihandelsabkommen, die willkürlichen Verhaftungen von sozialen und politischen AktivistInnen wie auch die Kriminalisierung des sozialen Protests sind ein paar Beispiele die zeigen, dass es mit dem Willen der Regierung, die in der Vergangenheit in Kolumbien immer ausgegrenzten und diskriminierten Sektoren der Gesellschaft jetzt einzubeziehen, nicht weit her ist.

Es kann nicht hingenommen werden, dass die Regierung von Juan Manuel Santos und die politische, wirtschaftliche und militärische Machtelite Kolumbiens die Bewegungen und Organisationen der Zivilgesellschaft weiterhin diskreditieren, stigmatisieren und verfolgen, insbesondere die Bewegung der Indigenen.

Wir fordern vom kolumbianischen Staat eine echte Dialogbereitschaft, um die mit der ländlichen und indigenen Bevölkerung unterzeichneten Vereinbarungen umzusetzen und ihren Forderungen entgegen zu kommen. Ebenso rufen wir zu den Tagen des Protests auf vom 30. August bis zum 5. September. Alle Bevölkerungsgruppen, Bewegungen und Organisationen sollen sich laut und entschlossen über die Nichteinhaltung der Vereinbarungen seitens der Regierung empören. Während diesen Tagen werden wir eine Volksversammlung in Bogotá veranstalten mit ca. 5000 VertreterInnen verschiedener sozialen Organisationen und Bewegungen abhalten.